Dr. Wilhelm Engelbert Giefers

"Eresburg, Irmensäule, Bullerborn" in der „Westfälischen Zeitschrift“ 1878 Band 36

Quelle: Westfälische Zeitschrift 36, 1878 / Internet-Portal “Westfälische Geschichte” URL: http://www.westfaelische-zeitschrift.lwl.org

Die wichtigsten Hinweise:

Seite 144: König Karl gebrauchte die eroberte Eresburg als Stützpunkt für weitere Operationen; erst im Jahre 774 wurde sie von den Sachsen zerstört, aber von Karl im Folgenden wieder hergestellt und er sollte so töricht gehandelt haben, sie im Jahr 772 selbst zu zerstören? […]

Seite 149: Nach den Einhardschen Annalen brach der Quell „neben dem Berge hervor, welcher dem Lager benachbart war“ Wo befand sich das Lager? […] Es stimmt also Alles das, was die Franken über den wundersamen Quell erzählen, mit der Beschreibung des Bullerborns, welche spätere Augenzeugen davon geben, auf`s Genauste überein, und unsere Überzeugung, dass jener wundersame Quell nur der Bullerborn sein kann, wird durch das folgende noch mehr befestigt und gestärkt werden. […]

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Anmerkung: Unweit von der Iburg ca. 1 km in Richtung Altenbeken liegt die Bollerwien Quelle diese ist noch heute eine intermittierende Quelle. Nur 5 Gehminuten liegt der Alter Postweg (ein Hohlweg der als Hellweg auch bekannt ist) der über das Eggegebirge nach Paderborn führt, woher König Karl mit seinem Heere 772 kam. Dieser Standort, im Tal gelegen ist für das Heerlager wohl trefflicher.

 

Seite 153: Auch die Kirche auf der Iburg, welche nach urkundlichen Nachrichten schon vor dem Jahre 1136 bestand, war zu Ehren des h. Petrus geweiht. Ein rühmlichst bekannter Geschichtsforscher sagt: „Es mußte dem h. Bonifacius Alles daran liegen, den Glauben des Volkes an die Heiligkeit des Baumes ganz und ungeteilt auf die neue Kirche zu übertragen. Schon aus diesem und keinem anderen Grunde verwendete er das Holz des Baumes zu dem Baue derselben. Jener Zweck wäre damit aber nur halb erreicht; wollte er denselben ganz erreichen, so musste auch der Bau an der Stelle errichtet werden, an welcher die Eiche gestanden hatte. […]

Seite 154: Eben dieses lässt sich mit noch viel größerem Rechte von dem Orte sagen, an welchem die Irminsäule stand; und erwägen wir nochmals, wie auffallend es scheint, dass in einer so rauen, unwirklichen Gegend, mitten in Wäldern und Einöden auf einer wenig umfangreichen Fläche eines steilen Berges in so früher Zeit eine Kirche emporragt, welche ebenfalls zu Ehren des Apostelfürsten Petrus geweiht war; so wird man es wenigstens äußerst wahrscheinlich finden, dass ihre Entstehung in dieselbe Zeit fällt, wo die Irmensäule an demselben Orte, welcher vom Bullerborn kaum eine halbe Meile entfern liegt, von Karl d. Gr. gestürzt wurde. […]

Seite 159: Alles bisher Dargelegte zusammengenommen, gibt uns die volle Überzeugung, dass die Irmensäule nur auf der Iburg gestanden haben kann, und wir zweifeln gar nicht, dass fortgesetzte Nachgrabungen diese Ansicht mehr und mehr bestätigt werden. Der damalige Bürgermeister Schnorbus zu Driburg hat nämlich vor mehreren Jahren auf der Iburg einen Teil der Fundamente der späteren Burg, sowie von der alten St. Petri-Kirche bloß legen lassen.